Allgemein Music Business

Music-Marketing – ein zeitgemäßes Modell?


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Bruce Warila von Unsprung Media hat im Music Think Tank einen interessanten Blog-Beitrag zum Thema „Digital Music can’t be marketed, it can only be found“ verfasst.

Besonders dieser Absatz seines Artikels beinhaltet eine interessante Theorie:

„I fully believe, of the five billion tracks sold on iTunes to date, a billion (20% or FAR more) have been sold to consumers that have NEVER seen the artist, have NEVER visited the artist’s website or MySpace page, and have NEVER had any interaction with the artist…other than exposure to a thirty second clip.  A billion(s) of iTunes purchase decisions have been driven off simple recommendation algorithms (those that liked X, also liked Y).“

Der Empfehlungs-Ansatz an sich ist ja nicht erst durch iTunes enstanden, sondern hat schon in den frühen Zeiten von Amazon und Ebay begonnen, dem User die Produkte anderer Benutzer aufgrund von Ähnlichkeitsprofilen vorzuschlagen. Warila beschreibt in seinem kurzen Artikel die Tatsache, dass Musik in Zukunft eigentlich nicht mehr nach marketingtechnischen Massstäben vermarktet werden kann, sondern hauptsächlich auf Empfehlungsbasis und Word-Of-Mouth basiert. Das heißt meiner Meinung nach nicht unbedingt, dass Musik nicht vermarktet werden kann. Es kann nicht mehr so kontrolliert vermarket werden, eventuell. Aber genau die Ansätze, die das Viral-Marketing-Konzept mit sich bringt, lassen sich auf Musik wunderbar anwenden. So wie Warila beschreibt:

„Fortunately for artists that make great songs, the same naked qualities that make music impossible to market, also make music the easiest product in the world to recommend.  Once again, I can’t think of another product that has the viral qualities that are inherent in music.  It’s the only product where the entire product (the MP3) can be easily attached to the recommendation.  Try doing that with chicken nuggets.“

Allerdings sollte die Tatsache nicht vergessen werden, dass im Dschungel der Produktionen und auch wenn Produkte weiterempfohlen werden, irgendwo eine Initial-Zündung erfolgen muss, die dem Konsumenten signalisiert „Ich bin jetzt verfügbar!“. Klar, man könnte von der Annahme ausgehen, dass alles, was verfügbar gemacht wird, früher oder später auch gefunden wird. Allerdings heißt die bloße Verfügbarkeit eines Produktes noch lange nicht, dass es akzeptiert bzw. konsumiert wird. Daher haben meiner Meinung nach klassische und auch moderne Marketing-Methoden immer noch ihre Daseinsberechtigung, wenn nicht sogar noch stärker als früher. Sich allein auf Schwarmintelligenz und Recommendations zu verlassen, kann langfristig nicht zum Erfolg führen.

Und trotzdem ist Warila’s Aussage interessant, weil er ein spezielles Phänomen des Internets für ein Produkt aufgreift, dass für die digitale Distribution prädestiniert ist. Ich stimme zwar nicht ganz mit ihm überein, wenn es heißt, Digitale Musik kann nicht mehr vermarktet werden, aber ich denke, dass Recommendations und Word-of-Mouth durchaus auch zum Teil durch Marketinginstrumente gesteuert werden können.

Genauso wie die Branche werden sich auch die wirtschaftlichen Instrumente verändern, um erfolgreich in einer neuen Umwelt agieren zu können.

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